Mein Modellbaulebenslauf und aktuelle (Stand
04/2004) Projekte:
Angefangen habe ich als "Bub" mit irgendwelchen
Wurfgleitern und Gummimotormodellen. Dann begann ich mit ca.
14Jahren Fesselflug mit Robbes "Odin" und 0,8er CoxBabe
Bee. 1976 war endlich genug Geld zusammengespart für die erste Fernsteuerung, eine Robbe Terra.
Ich hatte damals die Wahl zwischen einem "Mofa" oder
eben "sowas". Eine folgenreiche Entscheidung, zumal der
Verzicht auf motorisierte Zweiräder 23 Jahre später mehr als
ausgeglichen wurde. Als "guter Deutscher" bin ich natürlich
auch einem Verein
beigetreten, dem MFC-Steinbach. Dort bin ich mittlerweile über 25 Jahre
Mitglied. Da ich im Taunus wohne, betreibe ich meistens Hangflug
und Segelflug an Winde oder Gummi. Mittlerweile hauptsächlich E-Flug. Nur ganz am Anfang, als es
noch keine selbsternannte Umwelt Sherrifs gab, bin ich Verbrenner
geflogen. Heutzutage beschweren sich ja schon diese Sorte
Zeitgenossen, wenn Sie nur ein Modellflugzeug sehen. Irgendwann
bin ich dann in das F3B Geschäft eingestiegen, bedingt durch die
Mitgliedschaft im LSC Babenhausen. Jedoch fand ich, dass man mit
einem Elektroflieger mehr experimentieren kann. Einige Zeit
später fand ich mich im E-Flug C-Kader wieder. Beim E-Flug bin
ich eigentlich geblieben. Mein Motto: "Alles was mit
Verbrennern geht, geht auch elektrisch, nur nicht so lange".
Klar jetzt, warum die Krachmacher bei mir in der Vitrine sind?
Dabei haben die "Motörchen" für mich immer irgendwie
was faszinierendes. Das bleibt auch so.
Ich bin keiner, der mit Begeisterung Kennlinien von
Motoren und teuren Lipo-Akkus aufnimmt, und sich daran erfreut
evtl. ein paar Prozent Wirkungsgrad gefunden zu haben, oder mit
Reynoldszahlen, EWDs, CA/CW min. und max. Werten jongliert. Auch muß ich nicht
immer das neuste Equipment haben. Ich
fliege lieber. Das auch noch mit recht einfachen Mitteln. Mein
E-Flug Wettbewerbsflieger für die Vereinsmeisterschaften und
Jedermannswettbewerbe habe ich 1986 erworben, gebraucht, und hat
noch den ersten (Volks-) Keller 40/10 mit 12 Zellen drin. Mein
Segelflugwettbewerbsflieger ist entweder ein Merlin von Rowing,
den ich dort vor über 20 Jahren selbst gebaut habe, oder ein
"Gröhfatz" aus der F3B-Schmiede des LSC Babenhausen,
den ich vor 13 Jahren als abgestürzten Schrott geschenkt bekam.
Immerhin beides Voll-GFK-Maschinen. Das war's aber schon
größtenteils mit Hightec. Außer ein paar Akkus gönne ich mir
eigentlich wenig. Wozu auch, wenn nix kaputtgeht? Mein ältestes Modell ist ein Salto von WIK,
den habe ich gebraucht vor über 26 Jahren gekauft. Fliegen tue
ich damit immer noch. Warum auch nicht, "hauptsach es flischt". Ich fliege
ausschließlich "Sensorless" also: Bürstenmotoren.
Solange NiMh-Akkus (fast) nur die doppelte Kapazität haben, aber
dafür das 3 fache kosten, gibts für mich wenig zu überlegen
welche Sorte ich bevorzuge. Da stecke ich mir doch lieber einen oder zwei
geladene Ersatzakkkus mehr ein wenn ich auf die "Hauswiese" gehe. Ich will fliegen, nur fliegen, sonst
nix. Kunstflug habe ich versucht, sieht bei mir aber immer
irgendwie scheisse aus. Sorry, das ist leider so. Pylon war mir zu hektisch,
noch dazu haben die Winker bei mir immer das winken vergessen :-(
Hubifliegen war mir am Simulator schon zu schwierig.
Modellfliegen ist nämlich für mich auch Entspannung, Erholung. Also eine
besondere (gesündere) Art Anti-Deperessiva.
Dabei habe ich schon einiges ausprobiert, Fesselflug elektrisch
zum Beispiel: 17 Zellen in der Tasche, ein selbstgebauter
Fesselfluggriff mit eingebauten Schalter, ca. 8 Meter Kabel
(0,6er Litze) und ein Speed 400 in einem kleinen
"Brettchenrumpfmodell" mit ca. 35cm Spannweite. Der
Spannungsabfall ist so hoch, das es für einen 400er reicht.
Macht Spaß, besonders Fuchsjagd mit Luftschlangen als Schwanz.
Oder elektrisch schleppen: Ein Telemaster, der mittlere, also mit
1,8 Meter Spw. mit einem Keller 200(alt) und wenigstens 20
Zellen. Reicht für 3,75 Spannweite und 3,5 Kilo Fluggewicht -bei
Windstille. Der Telemaster bringt dabei über 5 Kg. auf die
Waage. Einiges davon wurde in Fachzeitschriften veröffentlicht.
Zurzeit mache ich mit einer kleinen Videokamera schöne
Flugaufnahmen, vom Modell aus. Ein paar Boote und Buggys habe ich
noch.
Zum Glück habe ich eine brauchbare Flugwiese nur ein paar Minuten von zuhause weg. Deshalb hier noch ein Motto (nicht von mir, sondern von Ex-E-Flugweltmeister Rudi Freudentaler): "Etwas Training, am besten täglich". Naja, sofern es geht...
Aktuell: Zurzeit baue ich einen neuen Telemaster auf, ein Cumulus 2000 ist ebenfalls neu im Fuhrpark, und ich frage mich, warum ich nicht mehr als 30 Modelle auf die MC 18 abspeichern kann. Solange nix irreparabel abstürzt, habe ich langfristig, wenn noch mehr Modelle dazu kommen sollten, ein Problem. Meinem Sohnemann habe ich eine MC 12 gekauft, da "passen" immerhin noch mal 9 Modelle rein. Ein HLG und ein paar 2 Achs- (E-) Flieger haben dort Platz gefunden. Von der MC 12 bin ich begeistert, die "kann" all das, was meine erste MC18 mit der alten "Multisoft"-Software konnte, und das war oft schon mehr als genug. Ausserdem bin ich Handsenderfan. Mit der Lehrer/Schüler Option ist das eine tolle Sache, besonders weil sie dem Schüler die Angst nimmt, es könnte was kaputt gehen.
Muss
mich mal ausheulen:
Neulich wollte ich eine Schiffsschraube für mein
Sohn sein Rennboot kaufen. Das wollte ich in einem Fachgeschäft
in Frankfurt machen. Dieses Geschäft hat teilweise noch
übernommene Waren eines anderen Geschäfts, welches ebenfalls in
Ffm. ansässig war. So kam es, dass meine ausgesuchte 38,5er XX
Rennschraube des Marktführes noch den alten Preis "3
DM" trug. An der Kasse fragte ich höflich, was den diese
jetzt kosten würde, und zeigte auf das vergilbte
Preisschildchen, mit dem Namen des ehemaligen Händlers.
Spasshalber bemerkte ich: "...wohl 3 Euros?" Nicht ganz
falsch. Die Bestellnummer war ja noch gleich geblieben, und die aktuelle Preisliste wies einen Preis von 2,60 Euros aus. Das sind 86%
Preissteigerung in den Zeiten des Lohndumpings und der Globalisierung.
Auf wen soll man da alles sauer sein? Den Händler? Der
Marktführer? Ich habe jemanden gefunden: Unsere ehemalige sogenannte
Verbraucherministerin. Die ist zwar nicht an allem schuld, aber
zuständig für legale 0190er Abzocke, Genfood, Schweinemastskandale,
Schwachsinns Bemerkungen zur asiatischen Hühnergrippe ("das Fleisch gut
abkochen...") und eben diese Teurungsrate. Mir gehts nicht nur um den
Konsumartikel, sondern um die Selbstverständlichkeit mit der vor
3 Jahren eine Währungsinflation stattgefunden hat. Was mich sonstnoch ägert: Wer die Moral ausser
Acht lässt, kann hier trotzdem noch sehr gut leben. Dies und
vieles mehr, ist ja kein Einzelfall in dieser Bananenrepublik. Und der neue ist
auch nicht besser.