Von April03 bis August05 zur neuen Emme
letzte Bearbeitung 14.07.09
Die Restauration August03 bis April05 meiner Solo-Emme:
...nicht nur "auferstanden aus Ruinen", sondern auch aus Neuteilen...
Jede Menge Kabelbäume, jede Menge Arbeit. Wie schön :-)
Der Rahmen, Gabel Stossdämpfer, und Lenker prov. montiert.
Anfang August03.

Mein 0 Kilometermotor.
Von vorn,
mitte September03
Von hinten, mitte September03.
Sollte man den
Kilometerzähler eigentlich zurückdrehen?
Nachtrag 26.06.2005: Nein! Eine neue Beiersdorfer
Wasseruhr habe ich auf einem Teilemarkt erstanden. Nach 1215 Kilometern ist der neue drin
mit 0 Kilometern. Der Knick im Instrumententräger ist nicht
original, aber "gewollt".
Hier laufen alle Kabel
zusammen. An dieser Stelle habe ich einen Fehler gemacht:
Ein Kabel, das dickste, gehört durch die hohle
Lampentopfbefestigungsschraube. Ende Oktober03
Warum:
Gebrauchte, noch guterhaltene Emmen findet man im Netz relativ
preiswert. Warum also eine Emme "mühsam" aus
Einzelteilen zusammenrestaurieren? Aus einem Haufen Hundekacke
wird schließlich auch keine Dose Chappi mehr...
Nach über 4 Jahren Emmenfahren und etlichen Besuchen auf
Veteranen- und div. Teilemärkten, waren irgendwann mal soviel
Ersatzteile vorhanden, das der Gedanke, eine zweite Emme
aufzubauen, nicht mehr nur eine reine Spinnerei blieb. Irgendwie
habe ich es geschafft, immer irgendwo irgendwas so günstiges zu
finden, dass ich immer irgendwas was gekauft habe. Mehr
"sicherheitshalber" und (nicht nur) zur Befriedigung
der eigenen "Raffgier". Es ist ja auch ein beruhigendes
Gefühl, wenn die Garage voll mit Emmenersatzteilen ist, solange
man kein Alternativfahrzeug hat. Kaputt geht, wenn überhaupt
allerdings dann doch nur das, was gerade nicht da ist.
Dauerstress und starke nervliche Belastung sorgten im August 2003
für den Wunsch einen Ausgleich zu schaffen, und der Entschluss
stand fest: Die Tendenz geht heutzutage sowieso zur Zweitemme! Die Emme als zweirädriges Antidepressiva? Uneingeschränkt: JA! Noch
ein Wort zu den:
Finanzen:
Natürlich kann ich eine
gebrauchte, runtergerittene Emme günstig kaufen, restaurieren,
und ggf. sogar noch gewinnbringend weiterverkaufen. Aber das war
von Anfang an nicht mein Ding. Ich bin auch kein
Scheckheftrestaurator. Zudem wollte ich von Null anfangen, und
einige Dinge schon beim Wiederaufbau verbessern. Bedingt durch
die 2. Währungsreform im Jahre 2001 und den damit verbundenen
z.T. inflationären Preiserhöhungen nicht nur bei
Emmenersatzteilen wurde die gesamte Restauration finanziell mit
relativ kleiner Flamme gekocht.
Es geht
los:
Den Rahmen erstand ich gebraucht im August
2003 und relativ billig mit einigen anderen Teilen. Als nächstes
wurde ermittelt, was noch an Kleinigkeiten zur Komplettierung
fehlt. Wer mich kennt, oder die Vespaseiten gelesen hat, ahnt es
wohl schon: In diesem Jahr ging der Urlaub mal nicht nach
Italien, sondern nach Thüringen; -noch fehlende Kleinteile
kaufen! Vieles davon wurde günstig in neu oder neuwertig
erstanden. Ganz neu sind Reifen, Speichen, Speichenippel,
Schlösser, Schrauben und Muttern, Gummiteile, Bowdenzüge und
Wellen, alle Vergaserverschleißteile: Düsen und Dichtungen,
Griffe, die meisten Elektrikteile wie Schalter, Lampen, Tacho,
Regler etc. einige wenige Kleinteile und die Bremsbeläge. Im
Prinzip auch die meisten Innereien des Motors. Aufgrund der immer
noch bemerkenswert guten Ersatzteilsituation für alte MZ's kann
man natürlich auch alles was man braucht, neu kaufen. Da ich
aber kein "Scheckheftrestaurator" bin, habe ich
nebenbei in Thüringen einige nette Leute bei der Ersatzteilsuche
kennen gelernt. Das war Ende August 2003. Anfang Oktober
stelle ich fest, das mir doch noch einiges fehlt. Die eigene
Logistik hat versagt. Zum Glück gibt es die "Veterama"
in Mannheim. Da das Wetter gut war, habe ich bis Anfang November03
sehr viel Zeit in der Garage verbracht. Schwarze Fingernägel
gab's wie immer inklusive, obwohl doch fast alles neu war. Stück um Stück, immer mehr, ganz allmählich
und mit selbstauferlegten Perfektion und größtmöglicher Sorgfalt
wächst aus dem Teilehaufen eine Emme, die von einer
nigelnagelneuen nicht zu unterscheiden ist. Genau so wollte ich
das, das ist eben mein Hobby und macht mir Spaß. Zur Nachahmung
empfohlen, denn einfacher, schneller und besser als an einer Emme
kann man das Moppedschrauben nicht lernen. 'Manch Andere hängen vor ihrer
Plasmaklotze und/oder trinken Bier, ich mach halt "sowas".
Motor:
Den Motor hatte ich vor Jahren schon für ganze 20 DM gekauft.
Der günstige Preis resultierte daraus, dass ihn das Schicksal
vieler MZ-Motore ereilt hatte: Der Messingring, links und rechts
am unteren Pleuellager, wanderte verschleißbedingt (evtl. auch
durch Überhitzung verzogen) >in< das untere
Pleuelnadellager und wurde, wörtlich, von selbigen überrollt.
Die Folge war ein kapitaler Motorschaden: Kurbelwelle hin, die
Garnitur durch zerbröselte Messingkrümmel unbrauchbar, noch
dazu lag der Motor wohl einige Zeit im Wasser. Die Kugellager und
die Teile der Kupplung waren deshalb auch "fertig". Die
Lager hätte ich sowieso ausgetauscht gegen Westlager der
Toleranz C3. Das Motörchen habe ich bis zur letzten Schraube
auseinander genommen. Allerdings: Der Zusammenbau eines
ETZ-Motors ist nicht unbedingt was für Anfänger. Hier muss,
bedingt durch die vertikale Teilung (schon bei der Demontage),
u.a. mit "kalt und warm" in bestimmten Reihenfolgen,
sowie mit Heizdornen gearbeitet werden. Wenn man dann nicht
gleich richtig ausdistanziert, und eben die richtigen
Distanzringe und -scheiben zur Verfügung hat, fängt man noch
mal von vorne an. Ganz so einfach ist die DDR Technik also
nicht.
Ich kenne da jemanden, ein ehemaliger Mitarbeiter von MZ in
Zschopau, der sich in den 50gern in den Westen absetzte, und in
den 70er Jahren eine Bosch-Vertretung hatte. Wie die meisten
Bosch-Vertretungen in dieser Zeit kümmerte sich auch er um den
Service der bei Neckermann gekauften MZ's. Er baute mir den Motor
als Rumpfmotor wieder zusammen. Eigentlich wurden nur die
Gehäuseteile und die noch sehr guten Zahnräder des Getriebes
wiederverwendet. Schaltgabeln, Kolben, 300er Zylinder, und die
Kurbelwelle sind neu. Vitonsimmerringe sind selbstverständlich
drin, allerdings nur Kurbelwellenlagerseitig. Die Kurbelwelle
rotiert in originalen, neuen DKF Kugellagern. Die
Kupplungsscheiben, die Schnecke und der Mitnehmer sind neu, die
neue, aber gebrauchte Lima bekam nur neue Kohlen. Na klar:
aufgebohrt auf 300ccm, Kopf gemacht, Kanäle sauber angepasst,
Quetschkante wie es sich gehört, alles ordentlich abgedichtet,
und fertig ist der Motor. Original Addinol Getriebeöl der
Spezifikation GL3 ist selbstverständlich drin. Zum einfahren
habe ich die Düsennadel des überarbeiteten Vergasers "eins
hochgehängt" das ist besser als "mehr Öl" ins
Benzin. Die Hauptdüse ist eine 135er wie beim original 250er.
Nachtrag
Motor:
Kurz nach der Fertigstellung und einigen
Probefahrten, habe ich in die Solo einen sehr guten, gebrauchten
250er Motor reingeschraubt. Erstens brauchte ich dringend einen
Ersatzmotor für's Gespann, um die Dauer einer Motorrevision zu
überbrücken, und außerdem ist die Vollabnahme einfacher, wenn der
Motor drin ist, welcher auch im Brief steht. Ein kleiner
Unterschied ist es schon, nach div. kurzen Probefahrten kann ich
durchaus vergleichen, jedoch ist der Unterschied im Anzug nicht
ganz so ausgeprägt wie im Gespann. Die Nadelstellung ist
wieder normal, also die 2.fetteste.
Rahmen:
Pulverbeschichteter 1987er Rahmen mit Brief.
Gekauft mit noch ein paar Kleinigkeiten wie z.B. der Gabel für
echt kleines Geld. Die Lenkkopflager wurden nicht ausgetauscht,
die waren noch einwandfrei. Frisches Fett reichte, und die
vorsorglich gekauften einseitig abgedichteten Kegelrollenlager
wanderten erstmal "ins Regal". Auch die Schwinge mit
dem Schwingbolzen und den Motorschuhen waren beweglich und in
Ordnung. Der Rahmen war ein Glücksgriff.
Fahrwerk:
Alle Schrauben, Scheiben und Muttern am Fahrwerk sind neu in
8.8er Güte, vernickelt. Ich verwende keine A2 Schrauben, da
macht der TÜV nicht mit (zu spröde), nur da wo es nicht so
drauf ankommt habe ich A2 verwendet, vorzugsweise mit Hutmuttern.
Die Felgen wurden ausgespeicht, poliert und mit neuen Speichen
eingespeicht. Mein Erstlingswerk. Das hat zwar gedauert, bis der
Rundlauf stimmte, ging aber einfacher als ich anfangs dachte.
Klar: Im Fahrwerk sind rundum SKF 6302 RS 2 ZZ, (Doppeldichtlippe
mit hoffentlich Lebensdauerfettfüllung) Lager drin.
Federbeine:
Zum Glück hatte ich noch 2
Gespannfederbeine, welche auch montiert wurden. Die Federbeine wurden vorher jedoch komplett auseinander genommen, bis auf den
Dämpfungskörper, da habe ich leider keinen Schlüssel für,
sonst hätte ich das Öl auch dort gewechselt. Das hole ich
irgendwann mal nach. Neue Stützrohrringe wurden montiert, leider
war der Chrom schon in Mitleidenschaft gezogen. Der Zusammenbau
wurde mit viel Haftfett erledigt.
Gabel:
Hinten waren ja schon Gespannfederbeine
montiert. Vorne wird die Federvorspannung durch drei englische
Two-New-Pence Stücke erhöht. Ich bin halt etwas schwer, und im
Soziusbetrieb mit Koffern knapp am Limit. Neue Simmerringe mit
Doppeldichtlippe sind Ehrensache genauso wie 230ccm frisches
Gabelöl, SAE 15er mit 2ccm Molybdänsulfit pro Holm.
Elektrik:
Die Elektrik ist so original
wie nur möglich. Ich bin der Meinung, ein ordentlich
eingestellter Regler und eine ordentlich eingestellte Zündung
(Beru-Kontakt, kein billig-Nachbau) sind mit etwas Pflege
mindestens so gut wie ihre vollelektronischen Pendants. Sogar ein
original Bimetallblinkgeber ist drin. (Nachtrag April
2005: Das Ding funzt nicht gescheit. Im Stand blinkt es, bei
Vollgas ist Dauerlicht mit geflakere. Glück: Am Wochenende ist
Veterama....) "Ich muss nicht alles bis zur letzten Schraube
original haben, aber wenigstens das allermeiste".
Nachrüsten kann ich immer noch, und wenn wirklich mal was kaputt
ist, kann man wenigstens noch was messen und relativ einfach
reparieren am Regler z. B. An der Zündung sowieso, die
Kontaktzündung ist im Gespann aus genau dem selben Grund
verbaut. Ein Ersatzkontakt habe ich immer dabei, und die Zündung
bekomme ich "Phi*Schnauze" so hin, das es zum
Heimfahren allemal langt. Wer hat schon eine Elektronische
"ersatzweise" im Gepäck? Zu meinem Rahmenkauf gehörte
auch eine große Kiste mit Kabeln. Darin waren Kabelbäume für
bestimmt 3 komplette Emmen. Nur: Welcher gehört wohin? Ich
hätte nie gedacht, daß, wenn man komplett alles neu verlegt,
wie viel Kabel, Kabelbäume und Stecker eine Emme hat. Zum Glück
habe ich Schaltpläne und so ging es voran. Einfach alles grob in
die Richtung gelegt, Stecker und Steckverbindungen ergeben sich
lt. Plan. Unterschiede gab es erst ab 1986 bei der Hupe und 1987
bei der Instrumentenbeleuchtung. Die Kabelbäume wurden teilweise
mit neuen Bougierrohr versehen und teilweise mit Knickschutz aus
Schrumpfschlauch versehen. Alle Flachstecker wurden erneuert.
Habe mir eine Krimpzange gekauft. Sehr zu empfehlen gegenüber
diesen billigen, bunten Baumarktschrottstecker.
Farbe /Optik:
Der Tank war schon wie mein
Gespann lackiert, sodass nur Seitendeckel und Kotflügel in
"Kawa-grün" lackiert wurden. Die Farbe kommt bei mir aus der
Spraydose. Aber: Acryllack, wegen Benzinverträglichkeit. Es waren auch
noch einige Dosen vom Gespann übrig. Zur Beruhigung: 1.-das
Gespann war schon immer so grün, und 2.-ich habe mit Kawa's nix
am Hut (außer, das ich zufälligerweise mal eine hatte). Vorbehandlung mit Schleifpapier,
Drahtbürste, Zinkrostschutz, Grundierung, Spritzspachtel (in
dieser Reihenfolge) und -wo erforderlich- Unterbodenschutz. Wo es
ging, wurde vorher abgeschmirgelt und grundiert, danach
"dick" mit Füller behandelt, dann schleifen mit 800er
Papier nass, danach kam der Acryllack drauf. Anschließend
vorsichtig mit 1000er Papier nass behandelt und poliert, mit
Lackpolitur. Das Ergebnis ist für meinen Anspruch absolut ok,
wenngleich natürlich nicht so perfekt wie vom Lackierer.
Chrompflegemittel, Gummipflegemittel, gehören noch dazu. Einige
beschädigte Stellen am pulverbeschichteten Rahmen wurden
"ausgetupft". Lampenhalter, Lampentopf und
Nummernschildhalter sind schwarz, glänzend lackiert. Nachdem ich
feststellte, das die Federbeine immer schwarz sind an Emmen, sind
es meine jetzt auch. Vorher waren Sie silbern, und mühsam vom
NVA-Grün abgebeizt.
Nachbau-Teile:
Eine original Sitzbank hatte ich noch übrig,
da ich am Gespann die >wesentlich< bequemere Sitzbank der
ETZ251er montiert hatte. Diese verlängert die persönliche
Reichweite erheblich (verbessertes Popo-meter-feeling). Aus
Originalitätsgründen wurde an der Solo die alte montiert,
nachdem ich einen neuen original Sitzbankbezug erstehen konnte.
Von den ungarischen Nachbaubezügen rate ich ab, denn die Nähte
sind nicht dicht. Bei Regen läuft dann das Wasser in den
Schaustoff, der sich voll saugt, und wenn man sich dann
draufsetzt, >Splash!< denkt man man hätte in die Hose
gemacht, weil der Schaustoff wie ein Schwamm das Wasser von sich
gibt. Außer im Winter, da gefriert alles, und die Sitzbank wird
steinhart, bis sie wieder durch Körperwärme auftaut, dann:
siehe oben... Also kam eine Originale Decke drauf, und da
der Schaumstoff sowieso etwas durchgesessen war, wurde sie gleich
mit dünnem Schaumgummi "aufgefüttert".
Der Zündschlüssel musste am Bund ca. 2,5mm abgedreht werden,
damit er tief genug rein ging. Auch ein Nachbauteil. Das gleiche
mit den Vergaser Rep-Kits, die günstig angeboten werden: Die
Düsen, die Nadeln, und bes. das Schwimmerventil sind von sehr
zweifelhafter Qualität (Nachtrag: Der Aufdruck stimmt
teilweise nicht). Kaum zu glauben, da ist die original DDR
Erstausrüsterqualität von BVF noch besser. Ich konnte
feststellen, dass vieles davon aus "Drittstaaten"
(Ungarn+Polen) kommt. Auch mit den Nachbauschalldämpfern ist es
nicht anders: Die Chromqualität, die Blechdicke (man merkt's am
Gewicht), alles ist schlechter.
Spinnen die?
Natürlich kommen neue Bremsbeläge rein. Da
ich nix wegschmeiße (solange die Garage noch nicht platzt) hatte
ich noch einige "alte, runtergebremste"
Trommelbremsbeläge über. Also hin damit zum örtlichen (-bei
uns im gibt es einen Restaurationsspezialisten, der sich auf
Bremsbeläge spezialisiert hat) Bremsbelag-beleger: Preisanfrage.
So ca. 20 Teuronen will er >selbstverständlich und natürlich
pro Stück< Kann er vergessen: Da bekomme ich fast 3
neue für. Und das in den Zeiten des
Lohndumpings, Globalisierung und der staatlich verordneten Mindestlöhne. Womöglich wird in einem
Recyclingbetrieb mit 1-uro-Job-Arbeitern Geld verdient
(für wen?). Nein Danke. Der
hinterhergerufene Satz "da hamse aber auch erstklassige
Beläge, nicht sowas..." (fehlte nur noch das übliche
"...Ostschrott") kann da nix ändern: Sch$%ß
Recycling.
Was
besser als neu ist:
Verändert wurde folgendes:
SKF Kugellager in allen Naben, 6302 RS 2 ZZ, also doppelseitig
abgedichtet und (hoffentlich...) Lebensdauerfettfüllung. Selbergemachte
Abstandshülsen in den Radnaben, zwar auch aus Wasserrohr, aber
"Westware" :-)
Zwangspause: Seit Ende September ruhen die Arbeiten. Eine beheizte Garage, das wäre schön.
Es geht wieder los: Mitte März ging's wieder los, zunächst wurden die Reifen montiert, damit ich die Emme auch mal problemlos von der Bühne runter bekomme, da eine kleine Vespa-reparatur anstand.
Irgendwann im April 04
Rückschläge:
Eine perfekt restaurierte
Handbremse hatte ich gebunkert, und mit neuen Dichtmanschetten
versehen; "ready for use". Selbstverständlich wurde
diese montiert, Bremsflüssigkeit reingefüllt, aber die ganze
Chose suppte wie ein frisch beladener Kieslaster. Also nochmal
von vorne. DDR Gummis altern extrem schnell. Ausnahmsweise werde
ich wohl mal Nachbauteile verbauen. Zum Glück bin ich auf der
Veterama fündig geworden.
Mittlerweile macht der Gespannmotor besorgnis erregende
Geräusche. Ich beabsichtige den 300er- 0-Kilometermotor erstmal
drinzulassen, um ein paar Probefahrten zu machen, dann werde ich
mir mal einen 250er holen (am 26.08.04 habe ich dies getan) und
die Soloemme damit anmelden. Der 300er kommt ins Gespann, und der
jetzige Gespannmotor
wird sorgfältig überholt. Eine
Limakohle und ein Kondensator musste ich mir zwischendurch fürs
Gespann borgen. Warum steht hier.
Schließlich bin ich auf einen fahrbaren Untersatz als
Außendienstler angewiesen.
Zulassung/TÜV: Da mache ich mir Sorgen. Eine Vollabnahme machen "meine" TÜV-Prüfer heutzutage nicht mehr. Da braucht's neuerdings Tageszulassungen und man muss selber zum TÜV fahren. Keine Chance bei Dekra oder privaten TÜV-Stellen. Aber noch hat's ja ein wenig Zeit.
Ich habs geahnt: Die Graukittel machen Stress wo es nur geht:
Nachfragen bei meinem TÜV ergaben: Man braucht entweder eine
teure Tagezulassung um die Emme zum TÜV zu fahren, oder man
versichert dem TÜV glaubhaft, man hätte seine Emme hingeschoben
(kann das denen nicht egal sein?). Dann muss man "nur"
15 Euro abdrücken, damit die Jungs dann mit ihrem eigenen
Zulassungsnummerschild auf dem TÜV-Gelände (welches als
"öffentlich" deklariert ist) ein paar Runden drehen
können/dürfen. Das der Emmenseitenständer, wenn er original
ist, nur >eine< Feder zum einklappen hat, sehen die nicht
ein. Nach Diskussion einigen wir uns, das lt. Einigungsvertrag es
so an einer Emme sein darf, welche nicht via Importeur zu uns
kam, sondern in der DDR lief. Alle anderen brauchen 2 Federn und
einen selbsteinklappenden Ausleger. Auspuff: Auf einem
Emmenauspuff, noch dazu eine 1987er Emme, muss ein Stempel sein.
Was der Stempel beinhaltet konnte mir keiner sagen. Hauptsache
Stempel, sonst ist der Topf nicht original. Der Hinweis, das auf
meinem Gespann ein Originalauspuff ist (mittlerweile kenne ich
den Unterschied), und selbst dieser keinen Stempel hat
interessiert nicht. Keine Chance für meinen (mir pers. zu
lauten) Nachbauauspuff. Ich werde wohl irgendein Stempel auf
meinen Topf drücken. "Fuck for TÜV" in
Schlagbuchstaben? An Kosten ca. 34 Teuronen. "Wenn Sie
morgens früh kommen, brauchen Sie kein Termin, aber rufen Sie
besser vorher an" (also was jetzt?). Nett sind die ja,
zumindest beim Tag der offenen Tür in Ffm.
FahreigenschaftenI: Es ist immer das gleiche: Irgendwann ist man
fertig selbst mit der aufwendigsten Restauration, und der Moment
des "Stapellaufs" ist da. Dann kommt frisches Benzin in
den Tank, Hahn auf, Choke ziehen, Zündung an, 2 Kicks, und der
Motor läuft. Etwas laut, natürlich, der Nachbaudämpfer. Das
hat was, dieser Moment, das muss man erlebt haben, ist (-nein,
nicht so ganz, aber fast) so was wie der erste Schrei (s-)eines
Neugeborenen. Die Sicherungen fliegen ab 5000 U/Min durch. Der
Ladestrom betrug 16 Ampere für die kleine 5,5 Ah Batterie. 3
Abende gesucht: Weil die Masseverbindung am Regler noch fehlte.
Ansonsten fährt mein Baby/Restaurationsobjekt wie jede andere
Emme auch. Fast 2 Jahre Spaß, Hobby, das Gefühl "was
entstehen zu lassen", Kurzweil, Produktivsein,
Antidepersiva, Kontrastprogramm zur Arbeit/Familie etc. etc. gehen zu Ende.
Und was restauriere ich jetzt?
FahreigenschaftenII: Der 250er Motor ist drin. Interessant: So groß wie bei meinem Gespann sind die unterschiedlichen Fahreigenschaften nicht. Die 50ccm kommen wohl in erster Linie dem Drehmoment zu gute, und davon kann ein MZ-Gespannfahrer einiges gebrauchen.
Das doppelte Lottchen: Statt immer Beiwagen ab&dran: Bau Dir eine!
Ende September 04.
Der Trend geht heutzutage sowieso zur
Zweitemme :-)
Pause: Da ich mit dem Teil sowieso nicht im Winter fahren wollte, habe ich die Zulassung einfach um 7 Monate hinausgezögert. April 2005 ist es soweit. Außerdem kam da noch mein "seelenloser Jappaner" ( 1987er Kawasaki Z 750 GT ) dazwischen, der etwas pflegebedürftig war.
19.
April 2005: Heute zum TÜV.
Einzelabnahme. Der TÜVer hat natürlich Probleme, weil die Emme
keinen E-Starter hat. Außerdem kapiert er das mit dem Licht
nicht: Jappanermoppeds haben halt nur 3
Zündschlüsselstellungen: 1-fahren, 2-parken, 3-aus. -Offensichtlich
schon kompliziert genug für einen Graukittel...
Die Emme hat deren 5. Ergebnis: "Ohne Mängel". Was
sonst? Trotzdem: Ein klein wenig Stolz ist man da schon.
Immerhin, einen toten Emmenrahmen wieder zurück auf die Strasse
gebracht zu haben, hat so was wie eine Wiedergeburt.
20.
April 2005: Die Welt hat
einen neuen Pabst, ich eine neue Emme. Beide sind deutsch, das
ist aber auch die einzige Gemeinsamkeit. Heute bin ich zur
Zulassung, Nummernschild abgeholt. Da es regnete in Strömen, und
da ich mein fast jungfräuliches Mopped nicht nass machen wollte,
habe ich den Fehling-Gepäckträger montiert, der lag da halt so
rum, "inner Garasch", genauso wie mein altes
Vespatopcase (Vespaaufkleber entfernt).
Wie heißt es so schön? "A Bikers work is never
done". Trotzdem, bis auf die Batteriehalterung werde ich
nix mehr an der Maschine machen müssen.
Erst mal, als es trocken war, große Tour auf'n Bersch...
Kommentar oben: "Na, haste dein Stützrad abgemacht?"
Antwort: "Nein, das ist noch an meinem Gespann"
Das werde ich wohl noch öfters von Bekannten hören, wenn ich mit der Emme auftauche.
FahreigenschaftenIII: Die ersten 200 km sind runter. Der Kopf nachgezogen, die Kettenspannung, der Spritfilter (der Tank ist innen etwas rostig, aber mit Fertan behandelt) kontrolliert, der Luftdruck (die Schläuche+Reifen sind neu) etc. Der Zwischen/Halbgasbereich ist nicht zufriedenstellend. Auch die Zündkerze ist rabenschwarz, trotz 135er Hauptdüse, 512er Nadel, und einwandfreien Schwimmer. Zum Glück war mal wieder "Veterama" und da habe ich ein paar Vergaserersatzteile zum probieren bekommen. Auch ein Seitenständer konnte ich billig erstehen. Die Höchstgeschwindigkeit mit dem 18er Ritzel (der Taunus ist nicht gerade "Flachland", und ich bin kein Leichtgewicht) liegt so bei 125 Km/h bei ca. 6000U/Min. Mein ganz pers. Fazit: Mehr Mopped brauch ich (eigentlich) nicht.
NachtragII: Die ersten tausend Km sind schon lange runter. Der Leerlauf ist etwas unzuverlässig. Grund: Die Düsenbestückung ist zwar "Standart" (135er HD, 45er Leerlauf, 70 Nadeldüse) ABER: Papier (im dem Falle jedoch Messing) ist geduldig. Die LL war nicht mal eine 35er. Nach der Anschaffung von Düsenreibahlen und -lehren ist eine 50er LL, eine 138er statt 130Hd "drin". Trotzdem: Besser ist es zwar schon; aber ein zuverlässiger Leerlauf "klingt" anders, bzw. geht die Emme unangekündigt aus und "schlägt" im Schubbetrieb. Das bekomme ich noch hin. Nach-Nachtrag: Habe auf Verdacht die Zündspule gewechselt, die wurde mir zu warm. Zwischenzeitlich habe ich etwas Optik/Praktisches an der Emme getan: Pneumantkoffer nebst Träger konnte ich noch >neu< bekommen, einen hoffentlich wasserdichten Tacho, originalverpackt aus Beiersdorf (also eine Beiersdorfer Wasseruhr) und eine ETZ251er Cockpitverkleidung werden noch montiert. Wegen Leerlaufproblemen habe ich die selber gemachte (evtl. zu-) dünne Gummidichtung zwischen Ansaugkasten und Luftfiltergehäuse, sowie die etwas platte Gummidichtung zwischen Luftfiltergehäuse und die vom Lufi-deckel gegen neue (muss man erst mal bekommen so was) ersetzt und mit Dichtmasse montiert.
NachtragIII: Eine Lichtmaschine mit Kupferschleifringen wollte ich montieren. Dabei brach die Limaschraube, eine recht lange M7er ab. Ausbohren. Dabei bricht der Bohrer ab und mir wird klar: Eben hab ich ein Problem, denn die ganze Chose steckt tief drin in der Kurbelwelle. Weitere Selbstversuche sind zwecklos. Der erste Motoreninstandsetzungsbetrieb kapitulierte. Erst ein Profibetrieb in Schwalbach schaffte das unmögliche. Derweil wurde der "übriggebliebene" 300er Motor übergangsweise montiert. Ein 20er Ritzel statt dem 19er ist montiert. Nach einigen Feineinstellarbeiten "geht" Die Emme nun fantastisch. Zu fantastisch. Die neue Beiersdorfer Wasseruhr bei Kilometer 6000 mit etwas über 130Km/h: Kaputt durch Federbruch. Also, der Motor wird eingetragen und darf drinbleiben. Nach-Nachtrag: der Motor zieht so affig, das ich ein 21er Ritzel montiert habe.

Emme auf erster "Tour": Bilder vom 1.
MZ-Forumstreffen in
Elbe/Harz, 2005
Danke:
*carbike-jung.de in Sülzenbrücken bei Erfurt, der aus
seinem riesigen, gigantischen Teilvorrat jede Schraube fand, und
noch dazu sehr faire Preise machte.
*Uhlig, Rennerod, der meine beiden Motoren baute, und immer ein
paar Ratschläge auf Lager hat. Ein "echter" MZ-ler.
*Güsi der auch noch vieles für die Emme hat.
*ein Kymco-Händler in Tabbarz/Thüringen der in der Mittagspause
seine alte kaputte Emme für mich schlachten wollte.
*Zellmann, Erfurt-Bindersleben, der mir und Lukas tolle Einblicke
in seine Werkstatt gewährte.
*div. Kumpels/Bekannte/Freunde/Besserwisser/etc..
*http://www.heumannzweirad.de/ Hat vieles, u.a. aus NVA-Beständen. Seine Preise
sind nicht DM/Euro=1:1 umgerechnet, wie bei einigen anderen.
* All die freundlichen, teilweise nach zähen ( Preis-)
Verhandlungen jedoch entnervten "fliegenden Händler"
auf den zahlreichen Oldtimer- und Veteranenmärkten die ich in
den letzten 10 Jahren besucht habe.