[Zugriffszähler] Stand: 26.07.11
Vers1
Zwei
Dosen voll:
(einmal
MZ-Gespann-immer MZ-Gespann)
Immer, wenn ich beruflich unter starken Stress stehe
(Anfang des Jahres 2008) brauche ich einen Ausgleich und verstärke die
Aktivitäten eines meiner Hobbys. Ich gehe dann (öfters als sonst) fliegen,
restauriere einen meiner fast 500 Motore noch mal von Grund auf, oder sonst was.
Manchmal (also viel zu selten, eigentlich) restauriere ich dann auch mal ein Motorrad. Für mich ist das Erholung und Entspannung. Was Produktives. Was schaffen. Was Sinnvolles für die Nachwelt erhalten. Besser als 6 Wochen Kur. Ich weiß von was ich rede. So eine Restauration kann dann auch gerne etwas länger dauern.
Es war halt wieder mal soweit. Bereits Ende 2007 gab es erste Anzeichen eines "Schnäppchens" bei einem Internetverkaufsportal.
Die beste aller Sozias hat ihr "(Nun-)Ja-(evtl.)Wort" gegeben, nachdem ich glaubhaft vorrechnen konnte, das ein MZ-Wintergespann in Verbindung mit einer Saisonzulassung für die dicke Geld spart. Die Anzeige in dem Anzeigenportal lieferte mir ein tolles "Schnäppchen" und nach etwas Verhandlungsgeschick war es soweit: 2 Autos (also Dosen) voll mit schönen, stark angegriffenen, aber unbedingt restaurationswürdigen TS-Teilen. Genauso was suche ich. Arbeit (?-siehe "Begriffsdefinition") ohne Ende! Die Sachen stammten im nachhinein betrachtet aus Ruinen einer TS250/0 und TS250/1 welche allerdings zerlegt und bunt gewürfelt und auch nicht ganz vollständig waren. Ein paar ES-Teile waren auch dabei, dazu noch 3 Motore, 2 Beiwagenrahmen, ein PSW-Boot und noch viele, viele Einzelteile wechselten im Frühjahr 2008 den Besitzer.
Begriffsdefinition:
Die Restauration
eines alten, gammeligen Motorrades ist keine Arbeit. Schon gar nicht der
Neuaufbau aus einem Haufen rostiger Altmetallteilen. Arbeit habe ich woanders
schon genug, so was brauch ich nicht noch extra oder gar noch mehr davon. Nein,
das ist Hobby. Es muss also heißen, "Da muss noch jede Menge Hobby rein gesteckt
werden". Je älter, je vergammelter, je rostiger, je länger die
ganze Restauration dauert, umso besser. Schwarze Fingernägel sind
vorprogrammiert für die nächsten Monate. In diesem Zusammenhang sollte noch
erwähnt werden, dass ich mir keinen Zeitrahmen setze. Also auch keinerlei
Stress. Das ist schön so.
Rauskommen wird ein Wintertaugliches TS-250/1 Gespann evtl. mit ETZ Motor und eine TS-250/0. Die ETS ist ja schon seit Mai 2007 fertig, und den Verkauf meines geliebten ETZ-Gespannes hab ich tatsächlich nie so richtig "verdaut": Mein treues (zweites) MZ-Gespann was mich immer und überall klaglos hingebracht hat? Oder liegt es daran, dass unser Sohn darin groß geworden ist? Sicher spielen auch Emotionen eine Rolle, schließlich hat man ja nicht ein seelenloses Jappanermopped verkauft.
Örtlichkeiten:
Die Dosen sind
mittlerweile leer geräumt, und meine ehemals "riesige Werkstatt" ist zu klein.
Das war aber abzusehen.
Schliesslich bin auch ich ein "Jäger und Sammler" gerade wenn es um MZ-Teile
geht.
Teile:
Ein "normaler
Mensch" wird es nicht verstehen, wie man sich über einem solchen Haufen
Altmetall so freuen kann. Unsereins denkt da anders. Im Fundus des Kaufes waren
u.a. eine TS250/1, ein gut gemachter 250ETZ Motor (Einlassnase weg, Kolben
kürzer), ein ES-Motor (der auch als Ersatzmotor in meine ETS passen würde), ein Bing84 und noch
andere BVF-Vergaser, ein Rahmen für eine TS250/0 mit Schwinge und Gabel, 2
Beiwagenrahmen, eine rostige Karosserie, Beinbleche, Naben, Felgen und verdammt
vieles mehr. Ein paar Dinge fehlten allerdings auch, doch konnte ich z. B. die
fehlende Doppelschelle für die Beiwagenbefestigung noch bekommen, zum Glück
nicht zu Ebäh-Irr-Preisen sondern
ganz einfach hier.
Mittendrin:
Es dauert etwas
länger. Zum Glück wurde ich nicht schon im Winter 2008/09 fertig. Da werde ich
noch mal mit der dicken fahren
müssen. "Gut Ding braucht Weile", und ich kann noch einige Zeit dem Hobby
nachgehen. Der Beiwagen ist komplett zerlegt und zu machen. Erstaunlich viel
Blech, noch dazu teilweise sehr rostig und noch nicht mal grundiert. Ab Werk?
-Jetzt nicht mehr. Der Kotflügel brauchte besonders viel "Zuneigung". Das Teil
war zudem extrem verbeult.
Mitte
November09 sind alle fehlenden Teile da, alle Verschleißteile neu bestellt, das
allermeiste aufgearbeitet und vieles zum Einbau fertig. Die meisten Teile sind
schon entrostet und teilweise fertig gefillert. Im Mai, als es endlich wärmer
wurde, wurden die aufgearbeiteten Teile mit meinem neuen Kompressor und die
Spritzpistole lackiert. Rotznasen sind mangels Erfahrung vorprogrammiert, aber
egal, "ich mach das selber“. Es gibt Leute, die bringen Ihre Teile
vom Sandstrahler zum Lackierer, dann, wenn der Motor vom Motorenspezialisten
kommt, wird alles zusammengesteckt und hochglänzend auf Treffen „ präsentiert“. Davon bin ich
jedoch weit entfernt, nicht nur das, ich bin auch
noch stolz drauf.
Meine ganzen Maschinen werden
nicht mittels Hänger zu Treffen gekarrt. Sammlermakler oder
Scheckheftrestaurateure nenn ich die, die sowas tun. Einige kenne ich
persönlich.
Alle meine Teile wurden, wenn nicht schon getan, demontiert,
gereinigt, grundiert und lackiert. Sowas nenne ich „Neuaufbau“.
Nur,
wenns wirklich nicht anders machbar ist, und auch dann meist nur an
sicherheitsrelevaten Teilen werden Neue Ersatzteile eingesetzt.
Wie
immer:
Sparsame
Verwendung von Neuteilen. Was nicht verschlissen ist, wird wieder eingebaut,
außer natürlich sicherheitsrelevante Dinge, Bremsen, Reifen, Züge, etc. Was
nicht 100% kaputt und unrettbar defekt oder restlos verschlissen ist hebe ich
meist auf als Muster für eigene Neuanfertigungen.
Ideen:
Ochsenaugen? Der
250ETZ Motor rein wegen der 12Volt für die Griffheizung? Eine Akrontfelge und
ein Smart-Winterreifen? Wahlweise Eintrag mit/ohne 16oder18 Zoll vorne?
Einzelsitz und hinten die Zargesbox von der ETZ drauf? Zusätzliche Batterie in
Beiwagen? Wärmetauscher für die Finger und/oder Beiwagen an den Krümmer irgendwie gebastelt? Radio rein?
Verkleidung? Scheibe? Hellablinker an Beiwagen? Lenkerstulpen?
Lenkergriffschalen? Kellermannblinker? Beinschilder? Elektronischer Regler?
Elektronische Zündung?
Und was
davon übrig bleibt:
Manchmal denk ich:
Einfach erstmal fertigbauen, der Rest findet sich. Doch dann hat man mal Glück
und muss zuschlagen:

Der
Hinterreifen:
Das Hinterrad war
schon eingespeicht und mit neuem Heidenau versehen. Dann das, zufälligerweise
fast zeitgleiche Angebot: Eine wunderschöne, nagelneue 3,5 Zollfelge. Angeboten
im Forum. Eine 3 Zoll hätte es
natürlich auch getan, und Zweifel tauchten auf, ob das passt. Problemzone ist
die rechte Seite, wo die Kettenschutzschläuche sind. Da muss der Felgenring
außermittig eingespeicht werden, damit Platz zwischen Felge, Reifen und
Kettenschutzsschlauch ist. Zunächst einmal müssen jedoch passende Speichen
besorgt werden. Denn die 121mm die normalerweise Verwendung finden sind zu lang.
Das Speichengewinde ist gerollt und nachschneiden fällt somit aus. Genauso wie
meine fixe Idee, Unterlegscheiben unter die Punzung zu legen. Die passenden habe
ich bei MZ-B gekauft
(noch in Berlin), und zwar in 110mm Länge, wie Sie eigentlich an einer JAWA
sind. Natürlich kann man auch Edelstahlspeichen sich anfertigen lassen. Wer’s
braucht. Ich jedenfalls nicht, denn Edelstahl ist keinesfalls stabiler, gerade im
Gespannbetrieb, (Stichworte: Zugfestigkeit, Nachgiebigkeit) und Rostschutz mit einer
Edelstahl/Alufelgenkombination ist fraglich wenn die Punzung die "Opferanode"
ist. Die "Sollbruchstelle Speiche" ändert sich in "Sollbruchstelle Felge". Keine
Frage, was im Fall der Fälle wohl billiger zu ersetzen ist? Beim zentrieren dann "nur noch" etwas außermittig einspeichen. Das ging,
indem ich die Felge nicht senkrecht stehend auf meiner Vorrichtung, sondern
waagrecht liegend einspeichte. Senkrecht dann erst wieder zum feinzentrieren, als
schon die Felge neben der Nabe stand. 12mm wurden so "geschafft". Die
Feinjustierung des Rundlaufs mache ich immer mit meiner Messuhr von der
Drehmaschine. Das wird genau. Zu genau, denn immerhin kann ich so meine Felge
auf 1/100mm genau zentrieren. Aber das ist übertrieben genau. Man muss wissen wo
man aufhören kann. Sicherheitshalber wurde alles in der Schwinge mal
zusammengesteckt, und ein gutes Gefühl blieb. Erste Erkenntnis: Das wird passen und
zweitens, "So ein
dreieinhalber in der Schwinge kommt ganz schön fett". Immerhin, meine Emme hat
ein dickeres Hinterteil als die dicke.
Zumindest was die Felge angeht, denn beide rollen auf 135/70SR15 daher. Eine
Reifenfreigabe hab ich mir bei Hancook geholt. Allerdings gab man mir den
Hinweis, diese Reifengrösse sei nur auf 3,5 Zollfelgen statthaft. Der Hancook
ist von allen Smartreifen der schmalste und ist „in M&S-Winter“ verfügbar. Beim
TÜV gibt's übrigens mittlerweile Probleme wenn die Felge nicht aus Stahl, sondern
aus Alu ist. Komisch nur, wie ich viele Jahre lang auf einer eingetragenen Akrontfelge
(Alu) durch die Gegend gefahren bin?
Der
Tank:
Zwischenzeitlich
haben sich 3 TS-Tanks angehäuft und da lohnt es sich wohl Tankversiegeler zu
kaufen um alle 3 auf einmal zu versiegeln. Auf der Veterama
entdeckte ich ein
Einkomponenten Versieglungs-Set, welches für 2 grosse Motorradtanks ausreichen
sollte. Das dürfte für 3 kleine MZ Tanks auch reichen. Erstmal wurde loser Rost
beseitigt. Dazu spannte ich eine regelbare Bohrmaschine in eine Black&Decker "Workmate"
ein und den Tank auf die Bohrmaschine mittels zweier Bleche, die mit einer
Gewindestange am den Stutzen zusammengeklemmt wurden. Das ganze dann bei
niedrigster Drehzahl mit Bleigewichten vom Reifendienst gefüllt einen halben
Nachmittag pro Tank drehen lassen. Bleigewichte sorgen für Abrieb an den
Tankinnenseiten und bilden zusätzlichen Rostschutz. Der aber gar nicht nötig
ist, denn es wird ja "versiegelt". Für diesen Zweck hab ich einen Tankdeckel und
einen kaputten Benzinhahn genommen, die beiden kann man nach gebrauch eh
wegschmeißen.
Der
Blinker, hinten:
Der Hellablinker
am Beiwagen: Was mich schon immer störte ist der eher hässliche "Brausekopf" auf dem schönen,
alten Beiwagenkotflügel der ersten Generation. Schon bei meiner ETS gefallen mir
diese Blinker nicht, aber da würde ich niemals Hellaochsenaugenblinker
montieren. Ist nicht original (und weglassen geht nicht weils ne Wessimaschine
ist). Beim Wintergespann bin ich etwas anspruchsloser
was Originalität angeht und habe ein Hella Glas und das original FER-Unterteil
"verheiratet". Wasserdicht und trotzdem demontierbar. Weiss/Gelb für vorne. Und
hinten? Das original Rücklicht ist schon "Rot/Gelb" wie bei meiner ETS. Das
gelbe, ehemalige Bremslicht (War früher so) wurde mittels 18 Watt Sofitte zum
Blinklicht umfunktioniert. Das rote Licht, also der untere Teil der
"Zweikammerleuchte" wurde mit einer Biluxbirne 10/21Watt bestückt. Hierbei war
ein kleiner Umbau nötig. Auf die Fassung wurde ein Flachstecker gelötet und an
die beiden anderen Anschlüsse wurde Litze gelötet.

Der
Blinker, vorn:
Was mich hier
störte ist der eher hässliche abstehende Blinker an der TS-Maschine mit der Befestigung an der
Lampe mittels „Ausleger". Auch wenn’s original ist, hatte ich hier die ETZ-Befestigungsvariante gewählt. Hier wird der Blinker mittels nicht ganz so
riesigen, also eher unscheinbaren Ausleger an der Gabelbrücke, genauer der
Klemmschraube des unteren Standrohrs befestigt. Das war erstmal für die erste
TÜV Vorfahrt auch in Ordnung so. Mittlerweile sind TS-Knieschutzbleche montiert,
und da stoßen die Blinker in Linkskurven an. Die Alternative: Der Hellablinker
am linken Knieschutzblech. Ein Teil, was man „überall“ bekommen kann. Aber nicht
in „passend“: das Teil wurde angepasst und schon sieht's aus, als wäre noch nie
was anderes drangewesen. Sogar, weil mit KBA-Nummer, TÜV Konform.

Die
Farb-Aktion:
Endlich wurde es
ein wenig warm, so etwa Mitte Mai09. Also Farbe gekauft, in die Pistole rein und
los geht's. Ergebnis: Naja. Nicht schön aber eher selten. Verbesserungen:
Wasserabscheider in Schlauchstutzen, Druckregulierer und unbedingt alles, aber
auch alles in der Werkstatt abdecken, bzw. luftdicht einpacken.
Fazit:
Beim nächsten Mal
wird alles besser. Zum Glück hab ich einen RAL-Farbton verwendet und kann noch
einiges mit Spraydosenlack nachbehandeln. Dick genug ist die Farbe jedenfalls
drauf. 2 Kg Farbe.
Der
Beiwagen:
Der Beiwagen
sollte als erstes fertig werden, denn die ganzen Blechteile und der Rahmen
"verbrauchten" doch einen Haufen Platz. Zum Verständnis: Natürlich war der
Beiwagen in seine Einzelteile zerlegt worden, mittels Schweisspunktaufbohrer (heisst
das Teil so?). Zuerst wollten ich die Bleche mit Poppnieten verbinden,
entschloss mich dann aber alles zu verschrauben. In die Stosskanten der Bleche
wurde Hohlraumversiegelung reininjiziert. Das sollte dem Rost keine Chance
bieten, zumal alles noch mal nachträglich mit Farbe versiegelt wurde. Für die
Beiwagenbremse (Radbrems- und Hauptbremszylinder) musste ich neue Bremskolben
drehen, die alten waren angegriffen und die Laufbahnen des Bremszylinders
mussten mit feinen Schmirgelleinen aufgearbeitet werden. Nun ist alles dicht,
bremst und hält den Bremsdruck. Einen "richtigen
Bremsflüssigkeitsausgleichbehälter" habe ich montiert, denn die originale
Schlauchlösung gefiel mir noch nie. Auch hier Danke ans Forum. Im Beiwagen wurde
unter dem Sitz die Batterie montiert, in die Zugmaschine kommt keine. Warum
auch? Jedes Gramm was "von links nach rechts wandert" steigert die
Kurvengeschwindigkeit in rechtskurven. Für linkskurven hab ich übrigens eine
Rolle am Beiwagen vorn rechts. Eine
Relaisschaltung ist nötig, da ich für meinen Blinker/Stopplichtumbau mittels Biluxbirne (5/21Watt) ein geschaltetes Plus brauche, jedoch aus der hinteren
Bremstrommel (vorne hat die TS keinen Bremslichtschalter) ein geschaltetes Minus
(=Masse) rauskommt.
Was
für’n Motor nehme ich denn?
Wenn man wie ich
das ein oder andere Teil im Fundus hat fällt die Entscheidung schwer. Mein
„Notfall&Ersatzmotor“ wurde erstmal eingebaut. Ein Motor, der immer Einbaufertig
zuhause liegt und „in Case of Emergency“ (also Panne) eingebaut werden kann. Den
Motor kenne ich und ich habe Vertrauen dazu. Die Motoren, bzw. der ETZ Motor der
beim Kauf dabei war kenne ich nicht. Erst, wenn ich da mal reingeguckt habe und
für „Gut“ befunden habe, wird er evtl. eingebaut. Also Verschleißteile
kontrollieren und ggf. austauschen. Der Ursprünglich und original eingebaute
TS250/1-Motor, also immerhin schon ein „5Gänger“ soll evtl. mal in einer TS250/0
Platz finden, wenn er optisch auf /0 gemacht ist. Der ETZ Motor hat den Vorteil,
das er gleich serienmäßig 12Volt und ordentlich Watt (180W) liefert, denn ein
Wintergespann braucht eine Griffheizung. Nebenbei hatte ich da noch einen „Peter Sauer Motor mit 27PS“
den ich aber veräußert habe. Die allgemeinen Lobeshymnen des 4Gängers teile ich
übrigens nicht.
Elektrik:
Die 12 Volt
Elektrik des ETZ Motors erfordert ein paar kleine Veränderungen. Der Regler
muß natürlich wie alle Verbraucher auch, gegen ein 12 Volt Exemplar getauscht
werden. Ein Gleichrichter für die Drehstromlima ist erforderlich. Dieser fand
bei mir nicht im Batteriekasten (so machen das viele) sondern unter diesem
seinen Platz. Eine exponierte Stelle für Schnee, Regen und Spritzwasser. Aber
eingepackt und mit Zaponlack imprägniert wird er das überstehen. Den Platz im
Batteriekasten kann ich nun komplett für Werkzeug und 2 Taktöl nutzen. Die
Batterie selber kommt ja in Beiwagen. Die "Ausleger" für Drehzahlmesser und
Tacho, zusammen mit den "überdimensionalen Gummieierbechern" gefielen mir auch
nicht. DZM brauch ich nicht, ich kenne meinen Motor und weiss auch so, wann ich
schalten muß. Deshalb die "Standart Inland Version" mit dem im Lampengehäuse
integrierten Tacho. Hier muss jedoch die Ladekontrollleuchte mit der
Blinkerkontrollleuchte mittels Dioden entkoppelt werden. LKL und BKL sind die
selben, also nur noch eine Birne für beides bei Verwendung eines elektronischen
Blinkgebers. Mein Lackaufbau ist zwar Gut, aber für Massenverbindungen eher
hinderlich (Rücklichthalter). Masserprobleme auch am Beiwagen. Nix geht. Klarer
Fall: Batterie im Beiwagen. Massenverbindung zum Rahmen und somit zum Motorrad
fehlt bei die Beiwagen-Karosserie Gummigelagert ist. Klassisches
Masseband, fertig.
Hochzeit(1.):
Der ETZ Motor
passt fasst ohne Probleme in die TS, wenn man dafür sorgt, das er möglichst hoch
steht, d.h. ohne allzu viel Abstand zwischen oberer Kühlrippe und Tank.
Höchstens an der oberen Schwingummibefestigung die Distanzscheibe verwenden,
für einen Sprengring ist’s schon zuviel, wenn man die Kette nicht am
Gehäuseausgang schleifen lassen will. Die Motorschuhe TS/ETZ sind gleich, ob die
der ETZ251 auch passen weis ich nicht, es wäre, falls auch diese passen evtl.
besser, da diese kürzer sein sollen und zwischen Auspuffkrümmer und vorderen Kotflügel nicht sonderlich viel
Platz ist. ETZ251er Motorschuhe sind evtl. etwas schwieriger zu bekommen. MZ empfahl
früher, den vorderen Kotflügel zu kürzen. Der 251er Krümmer könnte auch für
Abhilfe an der Stelle sorgen, er ist aufgrund der selben Platzproblematik (der
Rahmen einer 251er ist kürzer) stärker gekrümmt. Ich habe vorn Gespanndämpfer
und „Gabelvorspannhülsen“ aus Two Pence Stücken. Gut das die Insulaner noch kein
Teuro haben. Jedenfalls bis da jemals Krümmer und Kotflügel sich berühren schlag
ich einen Purzelbaum. –Spaß beiseite: Hier hat mein Gespann evtl. noch
Verbesserungspotential. Die Motorschuhe haben auch noch Verbesserungspotential,
denn ich beabsichtige diese Achillesferse eines Gespannes zu verstärken. Ich
plane flachstahlmaterial, also dicke, min. 3mm dicke Blechstreifen aufzuschweißen. Ich
habe einfach zu viele gebrochene Motorschuhe gesehen, nicht nur bei mir.

Fertig?:
Der Moment, wenn
zu ersten Mal Benzin in den frisch versiegelten Tank kommt, die Zündung zum
ersten Mal aktiviert wird, der Choke gezogen und der Motor zum ersten mal Töne
an seinem Arbeitsplatz von sich gibt, den muss man erlebt haben. Das kennt der
Scheckheftrestaurateur natürlich nicht. Die erste Hofrunde offenbart
Kleinigkeiten: Lenkerposition stimmt nicht, und den Leerlauf find auf einmal
nicht mehr, weil der Ganghebel nicht fest war und verloren ging.
Hochzeit(2.):
So nennt man den
Vorgang wenn man Beiwagen und Motorrad zusammen schraubt. Anfang September 2010
war es soweit und nach kleineren Problemen (es wollte einfach nicht passen)
wurde die erste "Hofrunde" gedreht. Zum ersten mal nach 6 Jahren wieder
MZ-Gespann fahren. Ein Erlebnis, noch dazu mit dem eigenen. Willkommen daheim.

Winterfest:
Die Absicht war
ja, das Gespann Winterfest zu machen. Also wurden alle Kabelquerschnitte
verdoppelt, alles in 2,5 Qu. und der U“V“W“ Anschluß ist sogar 4 Qu. nachdem an
der Stelle mal ein Stecker an einem meiner MZ Gespanne abbrannte. Der
Querschnitt des Kabelbaums ist ausreichend, immerhin fließt bei 12Volt statt 6
Volt nur halb soviel Strom, was die Verluste viertelt. Weiterhin wurden alle
Stecker ersetzt und zusätzlich mit Schrumpfschlauch isoliert, die vorhandenen
DDR Stecker genießen schon gar nicht mein Vertrauen. Eine gute Chrimpzange gehört in jede
Werkstatt. Der bunte Baumarktmüll kommt mir nicht ans Mopped. In jede
elektrische Buchse kommt Polfett, dass ist Ehrensache. Kein "offenes,
unisoliertes Plus" irgendwo. Alles isoliert und mit Masseverbindungen versehen gleich mehrfach,
nach dem Motto „viel hilft viel“. Alle Kabeldurchgänge an Schaltern und sonst wo
sind mit schwarzen Silicone (unauffällig) abgedichtet. Die Elektrik ist so
wasserdicht wie es nur ging. Alle Hohlräume sind mit Wachs geflutet, die Lampen
von innen sowieso. Mein Lackaufbau: Grundierung, Rostschutzfarbe, Füller, Lack.
Alles in mehreren Schichten versteht sich. Alles was glänzt, also Chrom
(eigentlich nur Lenker, Speichen und Felge hinten) und Alu (eigentlich nur die
restlichen Felgen) ist mit Zaponlack geschützt. Für Bequemlichkeit sorgen
Griffheizung, Beinschild, Scheibe und ein ultrabreiter Einzelsitz. Die
Lenkerstulpen und Griffschalen liegen bereit, der Winter kann kommen. Damit’s
von hinten nicht so zieht kommt eine Alubox dran. Naja; natürlich in erster
Linie für Transportzwecke. Über eine Sitzheizung denk ich noch nach, aber das
wird grenzwertig für die Lima. Alle (Fahrwerks-)Kugellager sind in 2RS und
zusätzlich mit Fettkragen eingbaut. Teflonbowdenzüge, damit nix einfriert.
Bleigelbatterie in 12Ah. Winterreifen hinten. Schade: Für
die dicke hab ich Anfahrhilfen, die
passen aber Abstandstechnisch nicht mehr zwischen Reifen und
Kettenschutzschlauch.
Sonstige
Veränderungen:
Ein typischer
Umbau ist eine ETZ-Schwinge in einem TS-Rahmen. So hat man die bessere Schwinge
(stabiler&länger als TS) im besseren Rahmen (stabiler als ETZ Blechpressrahmen).
Die Stoßdämpferaufnahmen sollten modifiziert werden. Bedingt durch die
außermittige linkseinspeichung wird es im hintern Kotflügel, hinten, links etwas
eng. Da ich aber in Stellung „hart“ der Stoßdämpfer unterwegs bin passt es.
Allerdings knapp. Leider war die Felge zuerst eingespeicht, sonst hätte ich auch
gleich den ETZ Endantrieb eingebaut. Die TS-Nabe passt nicht so recht zum ETZ
Endantrieb. Immerhin rundum sind neue Kugellager. So genannte "billige
Chinalager", aber immerhin in 2RS. Erstanden in einem Shop bei einem allseits
bekannten Auktionator im Netz. Da bin ich mal gespannt, ob und wie lange die
halten. Die Horrorgeschichten im Netz hab ich alle durchgelesen und für 10 Stück
hab ich weniger bezahlt als für ein einziges SKF Lager beim Händler meines
(nicht-mehr-vorhandenen) Vertrauens, der mir seit neusten
"Mindermengen-Beschaffungs-Betrag abknöpft. Wo werden eigentlich heutzutage
SKF-Lager gebaut? ;-)

Ungewissheit:
Was wird der TÜV
sagen? Die Felge, der Motor, die Schwinge, das ganze Ding, die fehlenden Papiere,
eine Eidesstattliche Erklärung, alles noch mal von vorn und mit einem anderen
Rahmen mit Papieren noch mal versuchen, die ganze Arbeit???? –Alles halb so
wild. Gleich mehrere TÜVer wurden gefragt und irgendwann fündig geworden. Zur Not geht auch die Dekra im Osten, hier bot man mir Hilfe an. Nach einer Probefahrt und Bremsprobe
im Hof hielt ich 2 Wochen später alle erforderlichen Papiere in der Hand und
marschierte „stolz wie Oskar“ auf die Zulassung mit den netten
Schalterbeamtinnen. Ich müsste noch mal kommen, „das dauert etwas länger, junger
Mann“ man müsse die Unterlagen prüfen, aber immerhin mit meinen Bildern die ich
gemacht hatte konnte ich mir die „in Augenscheinnahme des Typschildes“ wohl
sparen. Auf einem Bild sah man noch die
dicke im Hintergrund was die Dame zu der Frage verleitete „haben Sie noch
mehr so Spielzeug“. Die Eidesstattliche hat keinen Interessiert, denn immerhin
hatte ich ja einen Kaufvertrag. 3 Tage später dann:
Die Frage „welches Kennzeichen wollen’se denn“ war der Moment an dem ich wusste
„das Teil kommt noch heute auf die Strasse und Du kannst damit offiziell
rumfahren. Ich glaub, ich hab kaum durch die Drehtür mehr gepasst, so abgehoben
war ich. Immerhin nach fast 3 Jahren Arbeit (nein, es muß ja Hobby heißen) und
immermal Zweifel ob das alles so klappt wie man sich’s vorstellt.
Natürlich
gings erstmal im T-Shirt aufn Bersch.
Artgerechte
Haltung, mit Rolladengurt fürn Schlitten.
Was
ist das, "Winter"?

A Bikers Work is never done:
Keine Kompromisse
bei Sicherheit. Das Wintergespann läuft, und es läuft nicht schlecht. Flott,
nachdem der 3. Motor endlich drinn ist, der mich dann endlich überzeugte.
Viel zu flott für meine
serienmäßige Trommelbremse vorn.
Eine Brembo-brems-pumpe und eine Bremszange waren noch irgendwo im Fundus. Eine
Scheibenbremsscheibe, eine Nabe, Speichen und Felge auch.
Also
frisch ans Werk. Sattel überholt, Pumpe so gelassen wie Sie ist, und lediglich
den nun (endlich) vorhandenen Bremslichschalter vorn noch mit aktiviert fürs
Bremslicht. Natürlich muß auch hier wieder etwas außermittig eingespeicht werden
(gut, dass ein Gespann sowieso schon asymmetrisch ist) denn für den
Bremsentlüfternippel ist der Platz etwas eng. Geht aber auch so. 9mm hab ich
hinbekommen. reifen übernommen, denn die Felge und die Nabe brauch ich noch fürs
nächst Projekt. Mal sehen, wann der Stress wieder nervt.